Voller Euphorie fuhren wir schon Montags auf die Nordschleife, Wohnmobil und Master und natürlich unseren R5 auf dem Hänger.

Wir wussten nicht auf was wir uns da eingelassen haben, aber unsere Freude hat überwiegt und wir hatten uns wenig vorbereitet auf das ganze Drumherum.Das Chaos bei so vielen Teilnehmern ist vorprogrammiert und wir dachten das es eigentlich eine Ausnahme ist, aber es wurde von Jahr zu Jahr chaotischer...

Zuersteinmal haben wir unser Wohnmobil geparkt, danach musste wir über den Nürburgring zum Fahrerlager fahren und hatten unseren ganzen Tag mit Warten verbracht. Irgendwann am späten Nachmittag waren wir dann endlich im Fahrerlager und konnten unser Zelt aufbauen. Den Anhänger haben wir dann an einen separten vom Veranstalter ausgewiesenen Parkplatz abstellt.

 

Am späten Montagabend waren wir endlich fertig, am Dienstag kam der Papierkrieg auf uns zu, Christian ist dann auch eingetrudelt und wir sind zur Papierabnahme gelaufen. In der Papierabnahme kam dann die erste Frage, wie Ihr fahrt nur zu Zweit?...klar und das wird auch immer so bleiben. Die Papierabnahme, das Wiegen und der Aufkleber für die Helme war eigentlich ganz einfach zu meistern, aber dann wurde es komplizierter... Am Mittwoch gingen wir frohen Mutes zur technischen Abnahme, die doofen Blicke der technischen Kommissare waren schon nervig, auf der Waage lief noch alles glatt, aber dann gings los:

 

- der Abschlepphaken ist zu tief.

- beim Käfig ist eine Querstrebe, kantig und nicht rund.

- die Stossstangen sind nicht fest,

   nachdem sich ein Dicker Kommissar auf unseren kleinen Freund gesetzt, war das seine Feststellung.

 

Somit waren wir durchgefallen, obwohl wir schon 3 Langstreckenrennen mit unseren Renault 5 gefahren sind und immer ohne Beanstandungen durchgekommen sind. Mein Bruder war so sauer, er wollte schon wieder nach Hause fahren, aber da kam ein Satz den mein Bruder immer dann benutzt hatte wen er nicht mehr weiter wusste:" Stefan mach was!"

 Ich ging etwas später zu einem der Kommissare der vernünftig schien und führte ein eindringliches Gespräch, wieviel Zeit und Emotionen wir in unser Vorhaben investiert haben und machte mit Ihm aus, dass wenn wir die Dinge geändert haben, nur noch zu Ihm komme.

 

Natürlich konnten wir keine andere Querstrebe für unseren Käfig besorgen, weil die Firma Matter zu dem Zeitpunkt nicht mehr gab, aber ich hatte eine Idee. Wir fuhren nach Koblenz zu meinem Schwiegerpapa Harald und ich sagte Ihm wir brauchen eine Stahlfirma.

Wir wollten die Befestigungspunkte von dem Vierkantrohr nutzen und haben das Eckige ins das Runde eingeschweisst und alles wieder schön blau gestrichen und eingebaut...erstes Problem erledigt. So der Abschlepphaken war zu tief, wir bauten einen neuen Abschlepphaken und montierten Ihn an der Heckklappe, absoluter Schwachsinn, aber auch das Problem war erledigt.Wir fertigten Bleche an und vernieteten die kleinen Bleche an den Stossstangen und somit war auch das erfüllt. Jetzt kam die heisse Phase ich holte den TK und zeigte unsere Änderungen, Begeisterung sah anders aus, aber ich konnte Ihm überzeugen das es ausreichend ist. Dann kam noch ein Spruch den ich auch im Interview verwendet habe:" Die Nordschleife ist nur was für harte Männer!" und ich ergäntzte und wenn wir es zu Zweit packen dann sind wir die Größten. Wir bekamen die Zulassung in Form eines Aufkleber!

 

Die Hürde haben wir geschafft, dann wurde es lustig nach der technischen Abnahme kam ein Fernsehteam auf uns zu, dass Sie einen Bericht über ein kleines Team machen wollen und ich sagte spontan zu.

 

1. Training am Freitag, Christian schraubte den Ladedruck hoch und nach knapp 5 km war es um dem Motor geschehen..erster Motorwechsel alle hatten viel Spass dabei, weil Sie da noch nicht wussten das noch ein Motorwechsel anstand. Wir fuhren unsere Quali-Zeiten mit einem fast Original-Motor und wussten nicht ob wir uns qualifiziert haben fürs Rennen.

 

Der getunte Motor wurde noch in der Nacht repariert und bis 5 Uhr morgens wieder in unser blaues Wunder eingebaut. Samstag bekamen wir die frohe Nachricht, wir sind dabei!

 

Mit grosser Freude und mit viel Euphorie fuhr Christian die Einführungsrunde, doch da kam der nächste Schock, die Kupplung rutschte.

Die Frustation war gross, aber unser Papa hat die Idee, wir leerten einige Coca-Cola-Dosen auf die Kupplung und danach griff Sie wieder und Christian konnte an den Start gehen. Am Anfang lief unser kleiner Freund wie ein Uhrwerk, wir machten unsere Turns und waren immer wieder fasziniert von der atemberaubende Kulisse rund um die Nordschleife, ein absoluter Wahnsinn, überall war Party und der typische Grill-Duft.

Nach 8 Stunden hatte die ruhige Zeit ein Ende, linke Antriebswelle defekt, wir tauschten Sie und weiter gings, aber wir wussten zu dem Zeitpunkt noch nicht, das wir die Antriebswelle noch öfters tauschen mussten. (Wir hatten zum Glück einige dabei)

Fast nach jedem 2 Turn war entweder die linke oder rechte Antriebswelle kaputt. Aber durch den akuten Schlafmangel am Vortag sind wir aber nicht darauf gekommen, das das neue Koni-Fahrwerk am Arsch war und somit immer wieder unsere Antriebswellen zerstört hat. 

 

In der Nacht ging mir in der Ford-Kurve erst der Grip aus und danach gings ab ins Kiesbett, an der Stelle war eine grosse Ölspur und keine Minute später kam ein BMW ins Schleudern.

Der BMW streifte mein Dach, und landete senkrecht in der Leitplanke. Bei der Aktion ist unsere Heck- und Seitenscheibe zerbrochen.

Irgendwann wurde ich aus dem Kiesbett herausgezogen und fuhr mit vollen Hosen in die Box zurück.

Nach dem grossen Schreck gings für Christian erstmal weiter, wir tapten den R5 schon zu und nahmen das Rennen wieder in Angriff.

Dann kam der letzten Turn, ich hatte das Glück das ich der Schlussfahrer war, ein unglaublich emotionaler Moment in meinem Leben, die letzten Runden vor dem Ziel.

 

Mit Tränen in den Augen fuhr ich die letzte Runde und dann kam nochmals ein Schrecksekunde, kurz vor dem Karussell brach ein Dämpfer vorne links ab und ich fuhr fast nur noch auf 3 Räder weiter.

 Ich dachte mir:" Ich bringe Dich ins Ziel und wenn Du auseinanderfällts"!

Endlich war es soweit, die schwarz-weiss karierte Flagge winkte mich ab und die Freude war riesengross!

 Nachdem der erste Jubel vergangen war, wollten wir unseren Anhänger von dem Veranstalter zugewiesenen Parkplatz abholen, leider war Hänger weg, geklaut und wir standen da...müde und beklaut.

 

Das war wieder so ein Moment, bei dem mein Bruder den Satz benutze, der mir so auf dem Keks ging:" Stefan mach endlich was!"

 Also rufte ich ein Abschleppdienst und unser R5 wurde abgeschleppt...völlig übermüdet fuhr ich mit dem Privatfahrzeug hinterher und Christian und der Rest vom Team fuhren nach Koblenz zu meinen Schwiegereltern. 

 

Am Montag realisierten was wir alles erlebt haben, ein Bericht über uns im Fernsehen, Probleme mit der Abnahme, Unfall, Motorschaden, Diebstahl und die Lust auf mehr:" Im nächsten Jahr werden wir wieder dabei und dann werden wir noch besser sein!"