Ganz einfach, ich will das mein Bruder nie vergessen wird,

weil er ein unglaublich hilfsbereiter, netter, ehrgeiziger Mensch war.

 

Seine beste Charaktereigenschaft war für mich, daß er immer für mich da war,

egal was ich angestellt habe. Er hat mich zum Rennsport gebracht und mit Ihm

ist für mich der Rennsport zu Ende gegangen.

 

Er wurde geboren in Hockenheim am 7. September 1969 und hatte das Vergnügen

schon in jungen Jahren durch die Kartsportaktivitäten unseres Papas

immer auf der Rennstrecke zu sein.

 Später konnte er dann auch durchstarten mit dem Kartsport und krönte seine Karriere

mit dem Landesmeistertitel 1986.

 

Danach war erstmal Feierabend mit dem Rennsport im Hause Benz.

Christian war schon immer ein riesen Fan von der Nordschleife

und von dem 24h Rennen, jahrelang pilgerte er zum Rennen und

sagte in einer Bierlaune "Irgendwann fahre ich da mit".

   

Anfang 2000 machte mich Christian neugierig  und ich fuhr meine

ersten Runden auf der Nordschleife.

 

Danach hatte auch mich der Virus befallen,

mein Bruder war nicht der grosse Macher, aber er hatte Ideen und ich kümmerte

mich um den ganzen Schreibkram.

 

Christian war ein super Schrauber, egal welche technischen Probleme kamen,

er konnte Sie lösen.

 

Wir machten die Rennlizenz und nahmen 2001 unser erstes 24h Rennen in Angriff.

(ZU ZWEIT und das sollte auch immer so bleiben).

 

 Die Nordschleife war seine größte Liebe und wird es auch immer bleiben.

Christian war von dem Virus "Grüner Hölle" total infiziert,

wie oft hat er mich genervt  "Wann fahren wir endlich wieder?".

Bis wir dann wieder auf dem Ring waren.

 

Die Liebe zur Nordschleife hat uns immer wieder zu Höchstleistungen getrieben

und natürlich auch der Konkurenzkampf untereinander.

Mein Bruder hatte die Fähigkeit egal wie schlecht die Reifen oder die Bremsen waren,

immer noch extrem schnelle Rundenzeiten in den Asphalt zu brennen.

Ich konnte das nicht, er war da einfach besser.

Trotzdem hatte ich immer das Ziel schneller als er zu sein,

aber wenn ich dann mal dran war, konnte er sich noch mehr pushen und wurde noch schneller.

   

Unser großer Vorteil war aber immer unsere Konstanz, egal ob Nacht oder Tag,

es machte kein Unterschied, wir waren immer gleich schnell.

 

Durch unseren bedingunglosen Einsatz und weil wir die 24H Rennen

immer zu Zweit gefahren sind, waren wir am Ende die CRAZY-BROTHERS.

 In der Galerie werden zahlreicher Bilder zu sehen sein und ich glaube,

man kann erkennen was für ein Spaß und eine Freude wir bei unserem Sport hatten.

 

Christian war bis zu seinem Tod ein Kämpfer und hat nie aufgegeben,

am 5. Oktober 2011  hatte er den Kampf gegen den Krebs verloren

und hinterließ seine Frau Silke und seine beiden Söhne Maximilian und Constantin.

 

Einer seiner Lieblingsschauspieler sagte einmal:

"Es ist nicht wichtig wieviele Schläge du austeilen kannst,

sondern wieviele Du einstecken kannst.

 

Ich wünsche mir, dass er nun an einem besseren Ort ist und hoffe,

dass wir uns irgendwann wiedersehen.

 

 

Du bist die Nr. 1

Dein Bruder Stefan